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Samenbomben selber machen: Anleitung in 5 Schritten (ideal auch zum Verschenken)

18.07.2022 | Autor: Andy Köhler

Betonwüsten vs. Großstadtoase - das Leben in der Stadt bringt viele Vorteile mit sich. Keiner davon ist eine besondere Nähe zur Natur. Parkplätze, Straßen oder gepflasterte Fußgängerzonen machen das Stadtbild der meisten größeren Ortschaften aus. Kaum Vegetation, wenige Tiere… man kann sagen, ein wenig trostlos. Wie du deine Stadt ganz einfach aufhübschen kannst und gleichzeitig Tieren Nahrung bietest, wollen wir dir erklären! Mit ganz wenig Aufwand und großem Spaß erfreuen sich Seedbombs oder Samen- bzw. Saatbomben in urbanen Gebieten immer größerer Beliebtheit. Das nötige Material einpacken, Zeit freischaufeln und schon kann es losgehen mit den Samenbomben zum Selbermachen. Heimische Insekten, vor allem Bienen freuen sich über jede Blüte, die wir ihnen zusätzlich zur Verfügung stellen - Also los!

Was hat es mit den Bomben auf sich?

Guerilla Gardening nennt sich eine Bewegung, die in den 1970er-Jahren in New York City aus Protestgründen entstanden ist. Eine lebenswerte Umwelt schaffen, gegen genmanipulierte Pflanzen protestieren und Samen  in Form von Saatbomben an schwer zugängliche Orte bringen - das war und ist das Ziel dieser friedlichen Protestler. 

Tipp!

Schieß die Samenbomben mit einer Steinschleuder - so fliegen sie weiter!

 

Wir von Beetliebe finden die Idee richtig toll und wollen dir zeigen, wie du Samenbomben passend zu deiner Umgebung und den dort herrschenden klimatischen Bedingungen herstellen kannst. Klar kannst du sie auch im Baumarkt oder im Blumenladen kaufen. Aber mal ehrlich - ist es nicht viel schöner mit selbstgebauten Waffen in den Krieg gegen das triste Grau zu ziehen? 

Nicht nur das Herstellen der Seedbombs, sondern auch das Aussuchen geeigneter Plätze sind eine tolle Freizeitbeschäftigung. Das Selbermachen und auch das Werfen können gut alleine, aber auch in großen Gruppen gemacht werden.

So funktioniert die friedliche Munition

Samenbomben funktionieren auf eine ganz einfache Art und Weise. Nämlich genauso wie in der Natur: Samen werden verteilt. Im Falle von Samenbomben nur nicht durch den Wind oder Insekten, sondern in Kugelform gebündelt an der Stelle abgeworfen, wo die Blumen und Kräuter wachsen sollen. Geht man im Frühjahr auf Streifzug, wenn es noch ausreichend regnet, erledigt sich sogar das Gießen von alleine. 

Übrigens:

Um 1m² vollständig mit Pflanzen zu bedecken, brauchst du ca. 10 Samenbomben. 

Man sollte vor allem darauf achten, dass man heimische Pflanzen aussät. Tust du das nicht, können nicht-heimische Pflanzen sich ungehindert vermehren, weil sie hier keine natürlichen Feinde haben. Das ökologische Gleichgewicht wird dadurch durcheinander gebracht.

Heimische Pflanzen, deren Samen du bei beetliebe.de kaufen kannst, sind zum Beispiel Klatschmohn und Jungfer im Grünen.

Die Pflanzen sollten robust sein, da du sie nach dem Abwurf ihrem Schicksal überlässt. Um eine bunte Vielfalt zu erzielen, kombiniere doch einfach verschiedene Samen mit ähnlichen Bedürfnissen!

Diese Arten eignen sich besonders gut für die grünen Bomben, da sie in Deutschland heimisch sind und Insekten und Bienen Nahrung bieten: 

• Dost

• Kamille

• Kapuzinerkresse

Klatschmohn

Kornblumen

• Kornraden 

• Margeriten 

• Mohn 

Ringelblumen

• Sauerampfer

Sonnenblumen

• Wegwarte

Tipp

Sammle bei deinem nächsten Spaziergang selbst Samen von heimischen Pflanzen, die am Wegesrand wachsen - zum Beispiel Löwenzahn. 

Das brauchst du, um Samenbomben selbst zu machen

Youtube Video

Das Herstellen von Samenbomben ist ganz einfach und bedarf keiner Vorkenntnisse. Eine Handvoll Zutaten reicht schon, ein wenig Zeit, sowie ein paar fleißige Hände! Samenbomben können zum spannenden Projekt bei Kindergeburtstagen, im Biologie- oder Schulgarten-Unterricht oder im Kindergarten werden.

 

Alternative Materialien, die du zum Basteln der Seedbombs verwenden kannst:

  •  Papier

  •  Katzenstreu

  •  Eierkarton

  •  Zeitung

  •  Heilerde

Du kannst dich entscheiden zwischen Blumensamen oder Kräutersamen. Somit hast du entweder ein schönes buntes Blumenfeld, das nicht nur dich, sondern auch Nachbarn, Passanten und Insekten erfreut oder du entscheidest dich für die essbare Variante. Achte darauf, dass die Pflänzchen auch hierzulande vorkommen und nicht heimische Pflanzen überwuchern.

Wir empfehlen dir außerdem, Samen zu kombinieren, die etwa die gleichen Ansprüche an ihre Umgebung haben. Wie bereits erwähnt, brauchst du die Samen nicht unbedingt zu kaufen, sondern kannst dich am Wegesrand an Löwenzahn und anderen Wildblumen bedienen. Die Samenernte sollte bei trockenem Wetter geschehen. 

Tipp

Tonerde findest du im Bastelladen oder etwas günstiger in der Drogerie unter dem Namen “Heilerde”.

5 Schritte:  Anleitung & Rezept 

Wenn du alle Zutaten zusammen hast, kannst du sofort mit dem Herstellen der Samenbomben beginnen. Ein richtiges “Rezept” dafür gibt es nicht, allerdings legen wir dir eine Variante nah, die uns am besten erscheint. Wir geben dir hier eine Anleitung in 5 Schritten, in der wir dir Schritt für Schritt erklären, wie du vorgehen kannst. Die Mengenangaben kannst du deinen Bedürfnissen anpassen. Wenn du beispielsweise mit einer größeren Gruppe in der Kita Seedbombs herstellst, benötigst du mehr Material.


Wie in Omas Backbuch beginnen wir erst einmal mit den Zutaten:

  • Wasser

  • Pflanzensamen (jeweils ein Fünftel der Menge von Erde & Ton)

  • 5 Esslöffel Tonerde oder Tonpulver 

  • 5 Esslöffel Erde

 

Folgende Utensilien stehen im Bestfall bereit:

  • eine Schüssel 

  • ein Löffel zum Umrühren

  • eine Unterlagen zum Trocknen (z.B. Zeitung)

  • ein Sieb

 

So solltest du am besten vorgehen - 5 Schritte:

  1. die Erde sieben

  2. Erde, Tonpulver oder Tonerde und Pflanzensamen in der Schüssel gut vermischen

  3. vorsichtig Wasser dazugeben, bis ein gleichmäßiger “Teig” entsteht 

  4. walnussgroße Kugeln aus dem Teig formen

  5. auf sauberer Oberfläche trocknen lassen

 

Hinweis zum Trocknen

Lasse die Kugeln etwa ein bis zwei Tage in einem gut belüfteten Ort trocknen oder lege sie bei niedriger Hitze (ca. 50°C) für mindestens 4 Stunden in den Backofen. 

Bunte Samenbomben selber machen

Die Welt ein bisschen bunter machen und Farbtupfer in graue Städte bringen - das kannst du ganz einfach mit bunten Samenbomben! Diese sorgen schon bevor sie aufblühen für tolle gelbe, blaue, pinke oder andersfarbige Flecken in der Betonwüste. Auch als Geschenk machen die bunten Samenbomben echt was her! Verziert mit einer schicken Schleife freut sich jeder Naturfreund über die selbstgemachten Kugeln. 

Die Zutaten unterscheiden sich kaum von denen für die naturfarbenen Samenbomben. Du brauchst ein bisschen mehr Tonerde, da das Erde-Farbe-Gemisch als Überzug für die Kugeln genutzt wird. Und außerdem natürliche Farbe, die biologisch abbaubar ist, sowie Maisstärke. Welche Farben du nutzen kannst, liest du weiter unten. 

Zusätzliche Utensilien/Zutaten:

  • Maisstärke

  • natürliche Farben

  • eine weitere Schüssel

 

Nimm für die bunte Variante am besten helle Tonerde, damit die zugefügten Farben schön leuchten. Je nachdem, welche Farben die bunten Seedbombs haben sollen, mischst du das Farbpulver samt Maisstärke unter und überziehst die Samenbomben damit. Wir empfehlen dir, die bunte Farbe zuerst herzustellen und dich dann den Kugeln zu widmen. 

Gehe am besten nach unserer Schritt für Schritt-Anleitung vor, dann kann gar nichts schiefgehen:

  1. Schleim herstellen: 3 EL Löffel Tonpulver mit 1 EL Löffel Maisstärke & Wasser vermischen

  2. Farbe hinzugeben

  3. wegstellen und mit der Herstellung der Samenbomben anfangen 

 

Für die Farben kannst du folgende Zutaten verwenden:

Farbe

Zutat

Rot

Pulver aus roten Säften (Himbeere, Johannisbeere)

Orange

Paprikapulver

Gelb

Kurkuma, Safran 

Grün

Matchapulver, Chlorella, Weizengraspulver, Gerstengraspulver

Blau

Spirulinapulver, Blaubeersaft + Natron

Pink

Rote Bete Pulver

Lila

Rote Bete Pulver und Spirulina

Schwarz

Aktivkohle

Die fertigen Seedballs pinselst du nun mit der Farbe ein. Am besten so, dass die eigentliche Samenbombe noch zu sehen ist, damit die Samen Licht bekommen und wachsen können. Such dir eine trockene Fläche, auf der die Seedballs ca. 2 Tage trocknen können. Danach sind sie einsatzbereit!

Tipp

Ist deine Farbmischung zu flüssig oder zu zäh, gleiche die Masse mit Wasser oder Farbpulver aus, bis du eine homogene Masse hast.

Samenbomben aus verschiedenen Materialien selber machen  

Wie wir dir schon in den vorhergehenden Abschnitten erzählt haben, braucht man nicht viele Materialien, um Samenbomben selbst herzustellen. Es gibt allerdings noch andere spannende Methoden, wie man Saatbomben selber machen kann!

Du brauchst:

(buntes) Papier

Samen

Wasser

Schüssel

Mixer

Plätzchenausstecher

Küchenpapier (zum Trocknen)

 

Hinweis

Du kannst die Samenbomben aus Papier zum Trocknen auf die Heizung legen oder sie bei niedriger Temperatur (50°C) für ca. 4 Stunden in den Ofen legen. 

Samenbomben selber machen aus Zeitungspapier:

Samenbomben aus Zeitung macht man so ähnlich wie Samenbomben aus Papier. Dazu zerkleinerst du die Zeitung zu kleinen Schnipseln und gibst sie in warmes Wasser - solange, bis ein Brei entstanden ist. Du brauchst ein wenig Blumenerde, um die Samen mit dieser zu mischen. Nun nimmst du ein bisschen von dem Papierbrei und mischst ihn mit der Erde-Samen-Mischung. Dies hält allerdings noch nicht zusammen, sodass du den kleinen Klumpen mit einem Mantel aus Zeitungspapier versiehst - das hält die Masse zusammen. Drücke überschüssiges Wasser aus und lege die Kugeln an einen trockenen, gut durchlüfteten Ort. Wenn sie nach ca. 2 Tagen vollständig getrocknet sind, kannst du sie hinaus auf die freie Fläche werfen!

Samenbomben selber machen mit Eierkarton:

Um Samenbomben aus Eierkarton zu basteln, gehst du so vor wie bei den Samenbomben aus Papier und Zeitung. Du weichst den Karton ein, bis er sich leicht zupfen lässt, zerkleinerst den Eierkarton - zu Not im Mixer - und mischst die Samen unter. Den Brei kannst du entweder zu Kugeln formen oder mit Ausstechern in eine schöne Form bringen. Auf der Heizung oder im Ofen trocknen lassen - fertig!

Übrigens

Du kannst den Eierkarton auch super als Ablage bzw. Unterlage zum Trocknen der Samenbomben verwenden.

 

 

Samenbomben selber machen mit Katzenstreu:

Youtube Video

Die Samenbomben aus Katzenstreu sind ganz einfach selbst herzustellen! Dabei ersetzt du einfach die Tonerde oder das Tonpulver durch feines Katzenstreu. Dieses sollte parfumfrei sein, da du die Seedbombs ja in der Natur platzieren willst. 

Samenbomben selber machen aus Heilerde:

Das Prinzip, Samenbomben selbst zu machen, ist eigentlich bei jeder Variante das selbe. Um zu erfahren, wie man Samenbomben mit Heilerde selber macht, schau einfach zu unserem “Grundrezept” für die Samenbomben. Dabei kannst du Tonerde synonym zu Heilerde verwenden. Du findest deine Heilerde zum Beispiel in der Drogerie oder im Bastelladen. 

Wusstest du…?

Heilerde ist ein Pulver, das aus Lößablagerungen aus der Eiszeit gewonnen wird. Sie wird für vielseitige Anwendungen im medizinischen & kosmetischen Bereich verarbeitet.

Diese 7 Fehler machen die meisten

Als einfache Beschäftigung für Kinder und Pflanzenliebhaber sind Samenbomben eine tolle Idee. Allerdings gibt es immer wieder Fehler, die gemacht werden und dazu führen, dass die Samenbomben auseinanderfallen oder nicht aufgehen. Wir haben für dich eine Übersicht erstellt, die die häufigsten Fehler bei der Herstellung von Samenbomben zusammenfasst.  

 

Zu viel Wasser: Nimm nur so viel Wasser, dass ein formbarer Schlamm entsteht. Er darf nicht zu flüssig sein.

Zu wenig Wasser: Wenn die Masse für die Samenbombe zu bröckelig wird & auseinanderfällt, hast du vermutlich zu wenig Wasser genommen.

Die falschen Samen: Nicht heimische Pflanzensamen solltest du auf gar keinen Fall in deinen grünen Bomben verarbeiten. Die Pflanzen können ohne Feinde hier heimische Gewächse überwuchern und Ökosysteme zerstören. 

Der falsche Zeitpunkt des Abwurfs: Der ideale Zeitpunkt zum Abwerfen der Bomben ist im Frühjahr. Streust du die Bomben zu spät im Jahr, fällt weniger Niederschlag und sie gehen nicht auf. 

Zu dicht gearbeitet: Wenn du deine Samenbomben mit Zeitungspapier umhüllst oder eine zu dicke Schicht Farbe aufträgst, kann es sein, dass die Samen kein Licht bekommen und nicht aufgehen.

Nicht lange genug getrocknet: Trocknest du die Kugeln nicht richtig und bewahrst sie danach auf, kann es sein, dass sie schimmeln. 

Erde nicht gesiebt: Ist die Erde zu grob, kann es sein, dass die Seedbombs durch grobe Bestandteile nicht zusammenhalten. 

Die perfekte Beschäftigung in der Kita 

Als Kindergärtner wird man jeden Tag vor die besondere Aufgabe gestellt, den Kindern eine neue sinnvolle Beschäftigung zu bieten. Dazu eignen sich Samenbomben zum Selbermachen in der Kita hervorragend! Die Materialien sind günstig, ungefährlich und leicht zu beschaffen. Die meisten Kinder im Kita-Alter lieben es, herumzumatschen und neue Sachen auszuprobieren.


Selbst die Kleinen, die motorisch noch nicht ganz so fit sind, können ihren Teil beitragen, indem sie die Erde-Tonerde-Samen-Mischung anrühren. So können jüngere und ältere Kita-Kinder gemeinsam etwas schaffen und sind mit natürlichen Materialien sinnvoll beschäftigt. Die Sprösslinge lernen so den Umgang mit der Natur, mit Pflanzen und mit deren Lebenszyklus. Sind die Samenbomben erst einmal getrocknet und einsatzbereit, gibt es für die Kinder nichts Spannenderes, als die Bomben auszuwerfen und ihnen beim Aufgehen und Blühen zuzusehen. Auch Kindergeburtstage sind ein toller Anlass, um Samenbomben selbst zu machen. Oder schon ein bisschen vorarbeiten, damit die Kinder auch etwas zum Werfen haben! 

Ideal zum Verschenken 

Du hast Freunde oder Familie, die auf Natur und Gärtnern stehen? Die ihre Blumen nicht nur im eigenen Garten blühen lassen wollen? Dann sind die Guerilla Gardening Geschosse doch ideal zum Verschenken! Wenn du auch selbst ein Gartenfreund bist (sonst wärst du wahrscheinlich nicht hier gelandet ;) ), hast du wahrscheinlich die meisten Materialien schon zuhause. Die meisten Geburtstage kündigen sich nicht erst zwei Tage vorher an, sodass du genug Vorlaufzeit hast, um die Samenbomben zum Verschenken zu basteln und auch in Ruhe trocknen zu lassen. Die etwas andere Art, Blumen zu verschenken! 

Aufhübschen kannst du die Samenbomben, indem du sie bunt färbst (Sprungmarke) oder sie mit getrockneten Blüten verzierst. Diese beschaffst du dir im besten Fall selbst, indem du eigene Blüten trocknest, ansonsten kann man sowas auch im Bastelladen kaufen. Drücke die noch feuchten Samenkugeln direkt nach dem Formen in die Blüten. Durch die Feuchtigkeit bleiben sie an den Seedbombs haften. 

Verpacken: Wir finden, dass Butterbrottüten sich hervorragend als Geschenkverpackung eignen. . Sowohl im natürlichen Design als auch nach eigenem Belieben verziert, bieten sie einen tollen Rahmen zum Verschenken der Samenbomben.