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Tomaten vorziehen & säen: Ab wann (Zeitpunkt)? – Anleitung & Tipps vom Experten

02.02.2022 | Autor: Andy Köhler

Tomaten gehören zu den beliebtesten Balkon- und Gartenpflanzen der Deutschen. Sind sie auf der einen Seite recht einfach zu pflegen, solltest du bei der Anzucht doch auf einiges achten. Nicht jede Tomatensorte hat dieselben Ansprüche. Welche Tomatensorten sich am besten zum Vorziehen eignen, wo sie geschickt platziert werden und welches Zubehör du brauchst, erfährst du hier aus erster Hand von deinem Tomaten-Experten. Spannende Tipps, Videos und Anleitungen warten auf dich und werden dafür sorgen, dass dir das Tomaten-Vorziehen leicht von der Hand geht!

Vorteile vom Tomaten Vorziehen

Ein jeder Gärtner kennt es: Das Glücksgefühl, wenn man die ersten Früchte aus dem eigenen Garten erntet. Zwischen den grünen Stängeln schauen schüchtern leicht errötete Kügelchen hervor und leiten die Vorfreude auf saftige, schmackhafte Tomaten ein.
Noch schöner ist das Gefühl, wenn man die Pflänzchen vom Samen an selbst großgezogen hat. Stolz durchfährt den Körper und man bekommt endlich zu sehen, dass sich Pflege und Fürsorge ausgezahlt haben.
Das Wunder der Natur, bei dem aus einem winzigen Korn eine prächtige, Früchte tragende Tomatenpflanze wird, hält Gartenfreunde jedes Jahr zur Erntezeit in Atem.
Doch auch etwas pragmatischere Gründe sprechen dafür, Tomaten vorzuziehen. 

Warum man Tomaten vorziehen sollte 

Wenn du vorgezogene oder schon erwachsene Tomatenpflanzen im Gartenmarkt kaufst, kannst du pro Pflanze mit einem Preis ab ca. 3€ rechnen. Für denselben Preis bekommst du bei beetliebe.de Samenpakete, aus denen du ganze acht Tomatenpflanzen ziehen kannst! Unsere Tomatensamen entstammen alle aus meinem eigenen BIO-Anbau in Leipzig und sie sind zudem samenfest, du kannst die Pflanzen also natürlich vermehren. 

Du siehst, rein finanziell sparst du Geld, wenn du die Tomaten selbst vorziehst. Natürlich brauchst du dafür entsprechendes Zubehör, das du in unserem Online-Shop günstig erhältst. Dieses kannst du aber über mehrere Jahre und vor allem auch für andere Pflanzprojekte benutzen, sodass sich die Anschaffungskosten auf Dauer auszahlen. 

Außerdem macht es viel mehr Spaß, aus den kleinen Keimlingen große vitale Pflanzen wachsen zu sehen. Du hast die Möglichkeit, dich in der Wahl deiner Sorten frei zu entfalten. Eingeschränkte Sortenvielfalt, die du im Supermarkt oder im Gartencenter erlebst, gehört nun der Vergangenheit an! Such dir ganz einfach selbst aus, welche Tomaten du verköstigen möchtest. 

Ein guter Pluspunkt der Aussaat zuhause ist, dass du verschiedene Reifezeitpunkte einkalkulieren kannst, sodass du peu à peu von den Früchten zehren kannst und sie nicht alle auf einmal essen musst. Du erfreust dich an den verschiedenen Farben, Formen und Größen der selbstgezogenen Paradeiser (wie man in Österreich sagt) und sorgst für einen Blickfang in jedem Salat. 

Ein paar außergewöhnliche bunte Tomatensorten habe ich dir hier ausgesucht:

Ich kann dir aus eigener, langjähriger Erfahrung sagen, dass es ein wunderbares Gefühl ist, in den Garten oder auf den Balkon zu gehen und die Früchte einer spannenden Arbeit zu ernten. Probier es aus!

Diese Sorten eignen sich zum Vorziehen

Besonders beliebt zum Vorziehen sind “alte Sorten”. Diese sind meist sehr robust und außerdem samenfest. Die Vorteile “alter Sorten”:

Sie sind: 

  • widerstandsfähig
  • resistent gegenüber Krankheiten
  • geschmackvoll
  • anpassungsfähig

Mit Samen aus okölogischem bzw. zertifiziertem BIO-Anbau bist du immer auf der sicheren Seite!

Diese alten Sorten zum Vorziehen habe ich für dich ausgewählt:

San Marzano


Ochsenherz

Black Cherry

Zu diesem Zeitpunkt solltest du mit dem Vorziehen beginnen

Tomatenpflanzen lieben Licht und Wärme. Deswegen solltest du die kleinen Samen nicht zu früh aussäen. Kommen sie zu früh und kriegen nicht genug Licht ab, weil die Tage noch nicht lang genug sind, bilden sie lange Triebe, die nicht in der Lage dazu sein werden, sich zu einer kräftigen Tomatenpflanze zu entwickeln. 

 

Das Vorziehen auf dem Fensterbrett kann gemütlich erst Anfang bis Mitte März erfolgen. 

Wenn die Samen keimen, werden die Tage schon lang genug sein, um sie mit ausreichend Sonnenlicht zu versorgen. Generell kann ich dir raten, Tomaten fürs Gewächshaus früher vorzuziehen als diejenigen, die ins Beet unter freien Himmel kommen.
Man rechnet mit einem Zeitraum von acht Wochen von der Aussaat bis zum Pflanzen ins Beet. Demnach können die kleinen Pflanzen Mitte Mai endlich raus in die freie Natur entlassen werden.

Das Zubehör brauchst du

Zuerst solltest du dir darüber klar werden, welche Tomaten du großziehen und ernten möchtest. In unserem Online-Shop findest du eine riesige Auswahl an tollen, fruchtigen Tomatensorten, die dir schon beim Anblick das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. 


Die passende Erde zum Vorziehen der kleinen Tomaten ist einfache Anzuchterde.


Warum Anzuchterde?
Die Abwehrkräfte, sozusagen das Immunsystem, der Pflanzenbabys ist noch nicht ausgereift genug, um Keime abzuwehren. Deswegen muss spezielle Anzuchterde verwendet werden, die frei von Keimen und Pilzsporen ist

Beim Kauf der Anzuchterde solltest sicherstellen, dass diese nährstoffarm ist. Klingt erst einmal komisch, hat aber folgende Bewandnis: Die winzigen Tomatenwurzeln müssen sich sozusagen etwas “Mühe geben”, wenn sie auf der Suche nach Nährstoffen sind. Der Vorteil: Die Pflanze bildet mehr Wurzeln aus und kann die wichtigen Substanzen nährstoffreicher Erde später viel besser aufnehmen.

Für die kleinen dünnen Wurzeln ist es wichtig, dass sie sich gut einen Weg durch die Erde bahnen können. Anzuchterde ist schön locker, da sie zu einem gewissen Teil aus Sand & Humus besteht. Das macht sie sehr luftig, gleichzeitig bietet sie aber auch optimale Wasserspeicherkapazitäten - Die Keimlinge sind bestens mit Sauerstoff und Feuchtigkeit versorgt. 

Aussaatgefäße

Als geeignete Gefäße für die Aussaat haben sich Pflanzschalen, Eierkartons, Aussaatschalen oder kleine Töpfe bewährt. Auch Mini-Gewächshäuser eignen sich fürs Vorziehen der Tomaten. Wichtig ist, dass das Gefäß unten Löcher hat, damit überschüssiges Wasser abfließen kann. 

Gießkanne mit Brauseaufsatz

Damit deine Samen beim Vorziehen an Ort und Stelle bleiben und nicht weggeschwemmt werden, solltest du die Erde, die immer feucht sein sollte, entweder mit einer Gießkanne samt Brauseaufsatz gießen oder mit einer Sprühflasche besprühen.

Pikierstab

Wenn du mehrere Samen in geringem Abstand zueinander säst, müssen die daraus entstehenden Jungpflanzen beizeiten pikiert, also vereinzelt werden. Geeignet dafür sind unsere speziell designten Beetliebe-Pikierstäbe. Die Tomatenpflänzchen werden samt Wurzeln mit dem Stab behutsam aus dem Aussaatgefäß gehoben, gleichzeitig kannst du ihn auch dazu benutzen, in dem größeren Pflanzgefäß oder im Beet ein Loch zum Einsetzen der kleinen Tomaten zu stechen. 

Checkliste Zubehör zum Tomaten Vorziehen

  • Samen
  • Anzuchterde
  • Aussaatgefäß
  • Gießkanne mit Brauseaufsatz
  • Sprühflasche
  • Pikierstab

Standortvoraussetzungen

Tomaten lieben es nicht nur als ausgewachsene Pflanzen sonnig und warm. Auch die Samen in der Erde bevorzugen einen gemütlichen feuchten Platz unter der Erde. Die ersten motivierten Pflänzchen wagen sich schon nach etwa zehn Tagen durch die Erde an die Oberfläche, wenn gute Voraussetzungen gegeben sind. Mit einer Wärme von 18 - 25°C schenkst du den kleinen Tomaten eine optimale Umgebungstemperatur für einen guten Start ins Tomatenleben.

Schritte

Nachdem du dich mit dem entsprechenden Zubehör ausgestattet hast, kannst du mit dem Vorziehen der Tomaten beginnen. Das ist ganz einfach. Du säst die Körner mit einem Abstand von ca. 2 cm in die Erde aus. Wenn du einen Eierkarton als Aussaatgefäß benutzt, kannst du pro “Abteil” einen Samen aussäen. Tomaten sind recht zuverlässige Keimer. Die Chance, dass aus dem Korn eine lebendige Pflanze wird, ist hier sehr groß! 

Danach bedeckst du sie leicht mit Erde, du kannst dafür auch ein Sieb benutzen; das ist aber nicht zwingend notwendig.
Die Erde sollte immer feucht gehalten werden. Dazu verwende am besten die bereits erwähnte Sprühflasche. Damit sorgst du für die optimale Feuchtigkeit im Aussaatsubstrat, ohne die Samen wegzuschwemmen.
Wenn du ein Mini-Gewächshaus zur Anzucht verwendest, setze abschließend den transparenten Deckel drauf. So fühlen sich die Tomatensamen am wohlsten: warm und feucht. Dieses Klima sorgt für eine schnellere Keimung. Hebe den Deckel alle 2-3 Tage mal an, damit ein Luftaustausch stattfinden kann & die Aussaat frischen Sauerstoff abbekommt. 

Also hier noch einmal zusammengefasst.

Schritt 1: Vorbereiten des Zubehörs
Schritt 2: Samen aussäen
Schritt 3: Dünne Erdschicht über das Saatgut geben/sieben
Schritt 4: Erde immer feucht halten 

Pflege nach Aussaat

Wenn du die Keimlinge ausgesät hast, gilt es abzuwarten. Sobald die Tomatenpflanzen erste Blätter haben, vereinzelst du sie. Unsere Pikierstäbe, die extra für Beetliebe designt wurden, helfen dir dabei. Du setzt das Pflänzchen also samt Wurzeln um und bietest ihm damit in einem größeren Gefäß, z.B. in einem Topf oder gleich im Gewächshaus, mehr Platz zum Wachsen.
Du setzt sie am besten etwas tiefer in die Erde, damit sie kräftige Wurzeln bekommt. Dafür steigst du auf normale Blumenerde um.
Ab diesem Zeitpunkt müssen die vorgezogenen Tomaten auch nicht mehr ganz so warm stehen. Hier reicht eine Temperatur von 18-20°C.
Viel wichtiger ist allerdings, dass die Tomaten ganz viel Licht abbekommen. 16 Sonnenstunden täglich machen die Tomatengewächse glücklich - deutsche Sommer geben so viel Licht allerdings selten her. Hier kannst du deinen Tomaten mit speziellen Pflanzenlichtern helfen. Die Keimlinge brauchen unbedingt viel Licht, um zu großen kräftigen Pflanzen heranwachsen zu können. 

Wann können die Pflanzen ins Freie gesetzt werden?

Wenn deine Schützlinge ausreichend emporgewachsen sind und eine Höhe von ca. 30 cm erreicht haben, kannst du sie ins Freie setzen. Ein guter Zeitpunkt, an dem du dich orientieren kannst, sind die Eisheiligen Mitte Mai. Davor solltest du die Tomaten nicht in Beet setzen. Frost können Tomaten nicht ab - hole sie also in unsicheren Nächten am besten in den Hausflur.

Im Optimalfall hast du ein Gewächshaus oder sogar ein Tomatenhaus, in dem die Pflanzen vor allem vor Regen geschützt sind. 

Wusstest du?

Tomaten brauchen viel Wasser, es kommt aber darauf an, von wo dieses kommt. Gieße deine Tomatenpflanzen immer von unten. Feuchtigkeit von oben, dazu gehören auch Regen & Hagel, mögen die Pflanzen gar nicht. Sind die Blätter zu feucht, entsteht ein Pilz, der die Kraut- und Braunfäule verursacht.

Do’s & Don’ts beim Vorziehen von Tomaten

Tomaten vorziehen ist eine ideale Möglichkeit, den kleinen Samen einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. Wenn du ein paar Sachen beachtest, ist dies auch nicht schwer.

Das solltest du tun

Das solltest du vermeiden

Samen mit Abstand aussäen

alle Samen auf einem Fleck aussäen 

Anzuchterde verwenden 

zu viel Feuchtigkeit an den Wurzeln 

auf die Aussaatzeit achten

Dunkelheit

den Pflanzen genug Licht geben 

zu warme oder kalte Temperaturen

die Keimlinge pikieren

Kontakt der Samen mit Keimen 

eine Gießkanne mit Brause/Sprühflasche verwenden

zu starkes Gießen (schwemmt die Samen weg)

Tomatenpflanzen düngen 

Wenn aus deinen kleinen Samenkörnern endlich stolze Tomatenpflanzen geworden sind, möchtest du diesen natürlich das bestmögliche Tomatenleben mit einem grandiosen Ernteerfolg bieten. Etwas Gutes tust du deinen Schützlingen, wenn du sie mit ausreichend Nährstoffen versorgst, da sie viele davon benötigen. Besonders lieben sie Phosphor, Stickstoff, Spurenelemente wie Eisen, Bor und Mangan, Schwefel, Kalium und Magnesium. Achte also beim Kauf von Dünger darauf, dass diese -oder zumindest einige davon- in einem ausgewogenen Verhältnis enthalten sind. Wenn du fertigen Tomatendünger kaufst, sind all diese Nährstoffe im optimalen Umfang enthalten. 

Mit dem Düngen beginnen kannst du etwa eine Woche nachdem du die Pflanzen rausgepflanzt hast. 

Wusstest du, dass die Wolle einer Schnucke ideal als natürlicher Dünger verwendet werden kann. Alles weitere über den Schafwolledünger findest du hier

Du kannst biologischen Tomatendünger in Top-Qualität auch selbst herstellen. Gut dafür ist, wenn du einen eigenen Komposthaufen hast. Schau doch einfach mal, ob deine Pflänzchen sich über Brennnesseljauche, Kuh-/Pferdemist oder über Tomatenabfall wie Triebe oder Blätter freuen (dieser sollte frei von Schädlingen sein).

Ernte & Konservierung

Das erfolgreiche Vorziehen von Tomaten soll sich selbstverständlich durch eine reiche Ernte bemerkbar machen. Wann die Zeit reif für die Ernte ist, kannst du den jeweiligen Samenpackungen oder meinem Aussaatkalenderentnehmen. Man kann nicht pauschal sagen, wann DIE Erntezeit für Tomaten ist. Dafür spielen zu viele unterschiedliche Faktoren beim Anbau & der Pflege mit rein. 

Wenn die Tomaten nicht mehr grün sind und ihre rote, gelbe, orangene (oder eine ganz andere) Farbe entwickelt haben, kannst du sie vom Strauch nehmen. Einige Tomatensorten haben eine etwas weichere Schale, weswegen du sie bei der Ernte ein bisschen vorsichtig vom Strauch entfernen solltest. 

Konservieren kannst du deine Früchte, indem du sie

  • einkochst,
  • trocknest, 
  • oder einlegst.

Ich wünsche dir viel Erfolg beim Vorziehen deiner Tomaten. Wenn du Fragen oder Wünsche hast, kannst du mich gerne kontaktieren.