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Tomatenhaus selber bauen | DIY | Eigenbau | Tomatengewächshaus | einfach | Bauanleitung

Tomatenhaus selber bauen: Einfache DIY-Bauanleitung, Tipps & Co.

30.11.2022 | Autor: Andy Köhler

Der Tomatenanbau ist das wohl beliebteste DIY-Projekt in deutschen Gärten. Die Nachtschattengewächse werden in Gemüsegärten und Gewächshäusern en masse angebaut und dürfen in keinem Beet fehlen. Tomaten sind nicht nur ein toller, erfrischender Snack für zwischendurch, sondern lassen sich auch vielseitig verarbeiten. Nicht selten werden die Pflanzen aber auch von Braunfäule befallen. Um pralle und gesunde Früchte zu ernten, muss ein Gewächshaus her. Darin angebaut bescheren die Tomatenpflanzen eine langfristige, ergiebige Ernte. In der folgenden Anleitung verraten wir dir, wie du dein Tomatenhaus einfach und mit wenig Material selber bauen kannst.

 

Wusstest du schon…

…die Tomate galt im Mittelalter in Europa lange als Giftpflanze, ihr sagte man aber auch eine aphrodisierende Wirkung nach.

…die Tomate ist eine Abwehrpflanze und kann andere Gemüsepflanzen durch ihren starken Geruch vor Schädlingen schützen.

…die Tomate ist weder Gemüse noch Frucht, sondern ein sogenanntes Fruchtgemüse.

…botanisch gesehen ist die Tomate eine Beere und wird allgemein dem Gemüse zugeordnet.

Wieso ein Tomatengewächshaus bauen?

Tomatengewächshaus, selbst bauen, von innenTomaten schmecken noch viel besser, wenn man sie selbst anbaut. Im Freilandbeet oder Pflanztopf lassen sich die Tomatenpflänzchen ganz unkompliziert säen. Damit du von deinem Tomaten-Saatgut besonders profitieren kannst, empfehlen wir dir den Anbau von Tomaten in einem dafür vorgesehenen Tomatenhaus. Das Gewächshaus bietet den Tomaten ideale Wachstumsbedingungen, denn es besteht aus einer lichtdurchlässigen Wellplatte oder aus Folie sowie aus einem Holz- oder Metallgerüst. 

 

Der Gewächshauseffekt mit feuchtwarmer Luft aufgrund der Sonneneinstrahlung wirkt sich positiv auf das Wachstum der Pflanzen aus. Gleichzeitig sind deine Pflanzen vor zu viel Nässe geschützt, da das Tomatenhaus teilweise an den Seiten offen ist und dadurch eine gute Luftzirkulation gewährleistet wird, die die Feuchtigkeit schnell abziehen lässt. Durch das Gewächshaus sind die Tomaten vor Schlagregen, Gewitterböen, Kälte und vielen Schädlingen geschützt.

Natürlich kannst du im Tomaten-Gewächshaus auch Blumen und viele weitere Pflanzen vorziehen, die später ins Beet gesetzt werden.

DIY-Projekt: Tomatenhaus oder Tomatendach?

Neben dem Tomatenhaus gibt es auch noch das sogenannte Tomatendach. Beide Varianten eignen sich, um Tomaten im Garten anzupflanzen. Der Unterschied besteht darin, dass ein Tomatendach an allen Seiten offen ist, wohingegen ein Tomatenhaus auch Seitenwände besitzt. Die einfache Bauweise schützt die empfindlichen Tomatenpflanzen außerdem gut vor starkem Regen und Hagel. Werden die Pflanzen vom Regen doch einmal nass, trocknen sie durch den Luftstrom relativ schnell. Somit ist das Gemüse auch optimal vor Pflanzenkrankheiten, wie Kraut- und Braunfäule, Grauschimmel oder der Samtfleckenkrankheit geschützt.

 

Mehr Vorteile für den Anbau von Tomaten als das Tomatendach bietet das Tomatenzelt, unter anderem aufgrund höherer Temperaturen, die im Inneren herrschen und dem Schutz vor Schädlingsbefall. Im Tomatengewächshaus steigt die Luftfeuchtigkeit weit schneller an als im Tomatenzelt, daher solltest du übermäßige Feuchtigkeit der Blätter meiden sowie ausreichend lüften. 

 

Wir listen dir hier nochmal die Vor- und Nachteile von Tomatendach und Tomatenhaus auf:

Tomatendach

Tomatenhaus

+ bessere Luftzirkulation

+ besserer Ernteertrag durch Abschirmen von Regen und Hagel

+ intensivere Aromen der Früchte

+ Pilzkrankheiten wie Braunfäule werden verhindert

+ schützt vor Niederschlägen

+ preiswert, gibt es schon für weniger als 100 Euro


- Pflanzen können nicht überwintern

+ Gewächshauseffekt ist für das Wachstum der Pflanzen vorteilhaft

+ schützt die Pflanze vor Regen und Wind

+ schafft eine warme Umgebung

+ beste Voraussetzungen für die Ernte

+ verringertes Krankheitsrisiko

+ Schutz vor Ungeziefer

+ Aufbau schnell und einfach

+ platzsparend


- erhöhte Luftfeuchtigkeit macht anfälliger für Pilzerkrankungen

Das wird an Material und Werkzeug benötigt

Material und Werkzeug sind davon abhängig, wie der Stil der Konstruktion aussehen soll. 

Auf unserem Blog findest du bereits eine praktische Anleitung zum Tomatenhaus selber bauen. 

 

Hier geht es zum Beitrag

 

Wir geben dir schon einmal einen kleinen Überblick darüber, was du an Material und Werkzeug benötigst - alle weiteren Infos dazu findest du im oben verlinkten Beitrag:

  • 12 druck-imprägnierte Kanthölzer, 7 x 7 x 180 cm

  • 6 Einschlaghülsen, 7 x 7 x 75 cm

  • 24 Metallwinkel, 5 x 4 x 4 cm

  • 5 Latten, 2 x 4 x 200 cm

  • 5 PVC-Profilplatten, 125 x 100 x 3 cm (Wellplatte)

 

Die Tomaten sind mit der fertigen Konstruktion optimal vor Wind und starkem Regen geschützt. Die Luft kann aber weiterhin zirkulieren. Da auch kein Regen mehr an die Wurzeln gelangt, musst du regelmäßig gießen. Am besten funktioniert das mit einem kleinen Pflanzenbehälter mit Löchern am Boden, den ihr direkt neben der Pflanze in die Erde grabt. Den Becher gießt ihr immer wieder voll.

Mit unseren praktischen Sets bekommst du mehrere tolle Sorten für dein Tomatenhaus auf einmal. Folgende Mischungen haben wir liebevoll für dich zusammengestellt:

 

Vorbereitung: Tomatenhaus selber bauen

Für das Tomatenhaus sollte eine Fläche von ungefähr 2 m² eingeplant werden. Damit haben 12 Pflanzen genügend Platz zum Wachsen. Suche einen warmen, sonnigen Platz im Garten, an dem du das Tomatenhaus baust. Ideal ist eine Ausrichtung nach Süden. Vor dem Bau des Tomatenhauses solltest du den Boden bearbeiten und ein Stück der Grasnarbe ausstechen, sofern noch kein Platz für das Gemüsebeet geschaffen wurde. Der Platz sollte sich unbedingt an den Ausmaßen der Konstruktion orientieren.

Um den Pflanzen Halbschatten zu bieten, sollten sich größere Sträucher, Bäume oder eine Hauswand in der Nähe befinden. Wenn du ein Tomatengewächshaus bauen willst, solltest du dir unbedingt einen trockenen Tag aussuchen, damit der Aufbau angenehm ablaufen kann. Die Tomaten kannst du schon vorher oder erst nach dem Aufbau des Tomatenhauses einsetzen. 

Zudem solltest du wissen, wie hoch deine Tomatensorten wachsen, um die Höhe des Tomatengewächshauses danach zu richten. Strauchtomaten werden beispielsweise bis zu zwei Meter hoch. Bestenfalls planst du diese Höhe auch für dein Tomatenhaus ein. 

 

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Tomatenhaus selber bauen

Tomatengewächshaus, Blick nach innenWie ihr ein Tomatenhaus selber bauen könnt, lest ihr in unserem Beitrag “Selbstgebautes Tomatenhaus”. 

 

Hier geht es zum Beitrag

 

Möchtet ihr euch lieber an etwas Visuellem orientieren und ein Video zum Aufbau sehen? Dann können wir euch die folgenden YouTube-Videos ans Herz legen:

Youtube Video

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Tomaten richtig pflanzen - darauf ist zu achten

Tomaten in der Erde, TomatengewächshausTomaten-Saatgut einpflanzen und los geht’s? Ganz so einfach ist es leider nicht. Aber nach etwas Recherche weißt du schnell, worauf du achten musst. Wir geben dir die wichtigsten von unzähligen Tipps, die du definitiv berücksichtigen solltest, um eine Vielfalt an Tomaten zu erhalten.

 

Standort

Tomatenpflanzen verlangen nach einem nährstoffreichen und durchlässigen Gartenboden. Staunässe vertragen sie nicht. Ihr Standort sollte sonnig, windgeschützt und überdacht sein. Wichtig ist auch die Überdachung der Tomatenpflanzen, da die Pflanzen somit indirekt vor einer Pilzerkrankung, der Kraut- und Braunfäule, geschützt sind. 

 

Eine Anleitung, um Tomaten im Gewächshaus und Freiland richtig zu pflanzen, findest du in folgendem Video:

Youtube Video

Pikieren

Bereits Ende März lassen sich Tomaten vorziehen, zum Beispiel in einem Mini-Gewächshaus. Anschließend wird das Saatgut in nährstoffarme Anzuchterde gesetzt. Damit die Keimlinge sich in ihrem Wachstumsprozess nicht in die Quere kommen, solltest du sie nach drei weiteren Wochen vereinzeln, auch pikieren genannt.

 

Tipp: Anzuchterde kannst du auch ganz einfach selbst herstellen. Sie ist leicht feucht, luftig, locker und nährstoffarm. Wie du deine hausgemachte Anzuchterde zusammenmischen kannst, erfährst du in unserem Beitrag:

Anzuchterde selber machen

 

Düngen

Sobald die Tomatenpflanzen im Freiland wachsen, sollte der Boden unbedingt gedüngt werden. Bestenfalls gibst du auf das Beet bereits im Herbst reifen Kompost, damit die Basis für das kommende Frühjahr bereits gelegt ist. Organischer Dünger wie Hornmehl, Pferdemist oder Brennnesseljauche ist ebenfalls empfehlenswert. 

 

Gießen

Zu beachten ist vor allem auch, dass Tomaten reichlich Wasser brauchen. Kübeltomaten müssen eventuell sogar morgens und abends gegossen werden, wenn es besonders heiß ist - aber niemals in der prallen Sonne. Sobald die Früchte ausreifen, werden die Tomaten weniger gegossen.

 

Rankhilfen

Bis auf kompakt wachsende Buschtomaten benötigen alle Tomatensorten eine Rankhilfe. Um Pilzkrankheiten zu vermeiden, sollte die Rankhilfe vor der Verwendung mit Brennspiritus oder einem Gasbrenner desinfiziert werden.

 

Ausgeizen

Damit die Tomatenpflanze ausreichend Kraft für die Fruchtbildung übrig hat, sollten überflüssige Triebe in den Blattachseln entfernt bzw. herausgebrochen werden. Gärtner nennen das “ausgeizen”. Nur so gelangen ausreichend Wasser und Nährstoffe in die Früchte.

 

In diesem Video erfährst du, wie du deine Pflanzen ordentlich pflegst, damit einer reichhaltigen Tomatenernte nichts mehr im Wege steht:

Youtube Video

 

Mischkultur

Wenn du mehrere Gemüsesorten anbauen möchtest, zum Beispiel im Gemüsebeet oder in einem Hochbeet, solltest du dich für eine sogenannte Mischkultur entscheiden. Pflanzen können gegenseitig hinsichtlich Wachstum und Gesundheit voneinander profitieren, wenn sie richtig kombiniert werden. Tomaten wachsen beispielsweise hervorragend neben den folgenden Pflanzen:

Ungeeignet in einem gemeinsamen Beet mit Tomatenpflanzen sind dagegen Erbsen, Fenchel und Kartoffeln.

 

Rote Tomatensorten:

 

Gelbe Tomatensorten:

 

Orange Tomatensorten:

 

Grüne Tomatensorten:

10 Tipps & Tricks für den Anbau von Tomaten

Tomaten am Strauch, TomatengewächshausDamit der Anbau von schmackhaften Tomaten gelingt und du langfristig eine ergiebige Ernte hast, haben wir dir dazu einige Tipps und Tricks zusammengestellt:

  1. Wenn man Tomaten fünf bis zehn Zentimeter tiefer pflanzt, etwa bis zum ersten Laubblatt, können sie zusätzlich um den Stängelansatz Wurzeln bilden, sind somit standfester und nehmen mehr Wasser und Nährstoffe auf. Dabei sollte man aber aufpassen, denn wenn der Boden zu fest und zu schwer ist, leiden die Pflanzen.

  2. Ein Pflanzabstand von mindestens 60 cm ermöglicht, dass die Tomatenfrüchte genügend Licht und Luft erhalten. 

  3. Wir empfehlen dir, mehrere Sorten anzubauen. Denn sie reifen alle zu unterschiedlichen Zeiten und schmecken immer ein wenig anders.

  4. Die Kompostgabe bei der Beetvorbereitung genügt als Startdüngung. Nach Beginn der Blütenbildung benötigen die Pflanzen alle zwei bis drei Wochen einen Nährstoff-Nachschub, dafür eignet sich beispielsweise kalireicher Tomaten- oder Gemüsedünger.

 

Tipp: Schonmal was von Bio-Langzeitdünger und -Wasserspeicher gehört? In Schafwolle sind insgesamt 12% an Stickstoff, Schwefel, Phosphor und Kalium enthalten. Das ist als Langzeitdünger für Obst, Gemüse und Zierpflanzen optimal. Die Wolle zersetzt sich im Laufe der Zeit langsam im Boden und gibt dabei Stickstoff an die Erde ab.

Erzähl’ mir mehr über Schafwolle als Bio-Langzeitdünger!

 

  1. Gieße die Tomaten stets von unten, sodass die Blätter nicht bespritzt werden. Bei trübem Wetter reichen normalerweise auch schon ein bis zwei Bewässerungen am Tag. Die Tomatenpflanzen müssen regelmäßig gegossen werden, bei Wärme und Trockenheit sogar mehrmals am Tag. 

  2. Damit die Stängel unter der Last der Früchte nicht umknicken, wird die Pflanze an Bambus-, Holz- oder Spiralstäbe aus Aluminium oder Edelstahl aufgebunden. Ein regelmäßiger Schnitt der Tomaten bewirkt, dass du mehr aromatische Früchte ernten kannst und die Pflanzen gesund bleiben. Das bereits im vorherigen Abschnitt beschriebene Ausgeizen vermindert die Gefahr von Pilzbefall und lässt die Früchte gleichmäßig ausreifen, da das einfallende Licht nicht durch die dichten Blätter gelangt. Entferne nur die Blätter bis zum ersten Fruchttrieb, um Pilzbefall vorzubeugen und schneide im Spätsommer die Blütenstände an der Triebspitze heraus.

  3. Nach der Anzucht ab Anfang Mai solltest du die Tomaten ins Freiland setzen. Somit gewöhnen sich die Pflanzen an die Bedingungen im Garten. Die Temperaturen dürfen jedoch nicht unter 12 Grad Celsius sinken. An sonnigen Tagen sollten die Tomatenpflanzen unter einem Strauch oder Baum mit lichtem Schatten stehen, ansonsten sind Verbrennungen der Blätter die Folge. 

 

  1. Die Tomatenpflanzen musst du im Hochsommer nicht nur wegen der Verbrennungsgefahr beschatten, sondern auch, um die feinen Wurzeln vor zu großer Hitze zu schützen. Ansonsten sind Wurzelschäden und Probleme mit der Aufnahme von Nährstoffen, die die Pflanze zur Bildung praller Früchte benötigt, die Folge.

  2. Wenn du Tomaten im Gewächshaus ziehst, lasse am besten tagsüber die Fenster offen, sodass Bienen und Hummeln die Blüten bestäuben können. Damit die Pflanzen im Gewächshaus ihren Blütenstaub freigeben, hilft es, immer wieder an ihnen zu rütteln. Im Freiland übernimmt der Wind diese Aufgabe. Wenn die Temperaturen über 30 Grad Celsius steigen und gleichzeitig eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht, verklebt der Pollen und das Rütteln zeigt keine Wirkung.

  3. Zu achten ist auch auf die Reife- und Erntezeit der Tomaten im Gewächshaus und im Freiland. Die Tomaten im Gewächshaus reifen zwischen Ende Juni und November. Die Tomatenpflanzen im Freiland tragen Früchte erst ab Juli und auch nur bis spätestens Oktober. Tomaten sind besonders aromatisch, wenn sie langsam im lichten Laubschatten heranreifen. Pralle Sonne führt zwar zu einer schnellen Reife, dafür haben die Tomaten aber weniger Geschmack.

 

Tipps zum Selbstbauen des Tomatenhauses gibt dir “lilatomate” in diesem kurzen Video:

Youtube Video

Tomaten Saatgut & Zubehör günstig kaufen

Du siehst also, dass du beim Anbau von Tomatenpflanzen unzählige Möglichkeiten hast. Ob im Gewächshaus oder im Freiland, als Saatgut oder Jungpflanze: Alles, was du für den Anbau, das Wachstum und die Pflege deiner Zöglinge benötigst, findest du bei Beetliebe. Sortenreines und samenfestes Bio-Saatgut, Anzucht Zubehör, darunter Pikierstäbe, Pflanzschilder, Pflanzendünger und sogar Mini-Gewächshäuser sowie vieles mehr erhältst du in unserem Online-Shop. Damit kann der Anbau nicht mehr schiefgehen!

Und nun wünschen wir dir ganz viel Spaß beim Bau deines eigenen Tomatengewächshauses! Bei Fragen kannst du unser erfahrenes Team via Kontaktformular erreichen.

Unter der Telefonnummer 0151 / 17 87 14 99 stehen wir dir außerdem gern zur Verfügung. 

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